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Dynamischer Stromtarif Schweiz

Dynamische Strompreise in der Schweiz: Chancen für Immobilien und Unternehmen

Die Zeiten starrer Energiepreise neigen sich dem Ende zu. Was in Skandinavien längst Standard ist, gewinnt auch in der Schweiz massiv an Bedeutung: Dynamische Strompreise. Für Energieverantwortliche, Immobilienentwickler und Facility Manager bedeutet dies einen Paradigmenwechsel. Es geht nicht mehr nur darum, wie viel Energie verbraucht wird, sondern wann sie verbraucht wird.

Dieser Artikel beleuchtet die Funktionsweise dynamischer Tarife, analysiert die Relevanz für den Schweizer Markt und zeigt auf, wie sich durch intelligente Steuerung signifikante Kostenvorteile erzielen lassen.

Wie dynamische Stromtarife funktionieren

Im klassischen Modell zahlen Unternehmen und Haushalte einen fixen Preis pro Kilowattstunde (kWh), oft unterteilt in Hochtarif (tagsüber) und Niedertarif (nachts/wochenends). Dieser Preis wird meist für ein Jahr im Voraus festgelegt.

Dynamischer Stromtarif Beispiel

Dynamische Tarife hingegen geben die Preisschwankungen der Strombörse (z. B. EPEX SPOT) direkt an den Verbraucher weiter. Die Preise ändern sich stündlich, teilweise sogar im 15-Minuten-Takt.

  1. Hohes Angebot (z. B. viel Wind- und Sonnenenergie): Die Preise sinken drastisch, können null erreichen oder sogar negativ werden.
  2. Hohe Nachfrage (z. B. kalte Winterabende, Dunkelflaute): Die Preise steigen deutlich an.

Voraussetzung für die Nutzung dieser Tarife ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch zeitgenau erfasst.

Herausforderung Volatilität managen

Für Unternehmen, die am freien Markt einkaufen (in der Schweiz ab einem Jahresverbrauch von 100 MWh möglich) oder spezielle Tarife nutzen, bietet dieses Modell Risiken und Chancen zugleich.
Die Herausforderung liegt in der Planungsunsicherheit. Wer zur falschen Zeit viel Strom verbraucht – etwa wenn ein ungesteuerter Maschinenpark zur Spitzenlastzeit hochfährt – zahlt deutlich mehr als im Fix-Tarif.
Die Chance liegt in den enormen Einsparpotenzialen. Wer in der Lage ist, seinen Verbrauch flexibel zu gestalten, profitiert von den immer häufiger auftretenden Zeitfenstern mit sehr günstigen Strompreisen. Hier beginnt die Aufgabe des modernen Energiemanagements.

Smart Meter Energiemamagement

Der Schlüssel zum Erfolg: Intelligente Steuerung und EMS

Dynamische Preise manuell zu nutzen, ist im betrieblichen Alltag unmöglich. Niemand kann Maschinen oder Ladevorgänge händisch nach dem Börsenkurs ein- und ausschalten. Die Lösung liegt in der Automatisierung durch ein Energiemanagementsystem (EMS) wie jenes der Invisia AG.
Ein EMS empfängt die Preisdaten der Strombörse für den kommenden Tag (Day-Ahead-Markt) und erstellt einen optimierten Fahrplan für alle angeschlossenen Verbraucher und Erzeuger.

So senkt intelligente Steuerung die Kosten:

  • Lastverschiebung (Load Shifting):  Energieintensive Prozesse werden in günstige Zeitfenster verschoben.
  • Peak Shaving: Das System verhindert teure Lastspitzen, die besonders bei Leistungspreis-Komponenten ins Gewicht fallen.
  • Sektorenkopplung: Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität werden als Gesamtsystem betrachtet und optimiert.
Invisia Server Dynamischer Tarif

Praxisbeispiele: Dynamische Preise im Einsatz

Wie sieht das konkret im Alltag einer Immobilie oder eines Betriebs aus? Hier sind drei typische Szenarien, die wir bei Invisia in der Praxis beobachten:


1. Smartes Lademanagement für Elektroflotten

Ein Unternehmen elektrifiziert seine Fahrzeugflotte. Zehn Mitarbeiter stecken ihre Fahrzeuge morgens um 08:00 Uhr an.

Vorteil dynamische Steuerung

  1. Ohne Steuerung: Alle laden sofort. Das fällt oft mit hohen Börsenpreisen und der allgemeinen Lastspitze im Gebäude zusammen. Die Kosten explodieren.
  2. Mit dynamischer Steuerung: Das EMS erkennt, dass die Fahrzeuge erst um 17:00 Uhr wieder voll sein müssen. Es lädt die Autos gestaffelt in den Mittagsstunden, wenn die Solarproduktion hoch und die Börsenpreise (durch das hohe PV-Angebot im Netz) niedrig sind.

2. Gebäudeträgheit nutzen (HLK)

Wärmepumpen und Klimatisierung sind grosse Verbraucher. Gebäude verfügen jedoch über thermische Trägheit.

Vorteil dynamische Steuerung

  1. Das Szenario: Der Strompreis ist zwischen 02:00 und 04:00 Uhr morgens sowie mittags sehr niedrig.
  2. Die Optimierung: Das EMS heizt den Pufferspeicher oder das Gebäude in diesen Zeiten minimal stärker auf («Überhitzung»). In den teuren Morgen- oder Abendstunden kann die Wärmepumpe dann gedrosselt werden oder pausieren, ohne dass der Komfort für die Nutzer sinkt.

3. Batteriespeicher als Puffer

Ein Batteriespeicher dient nicht mehr nur der Eigenverbrauchsoptimierung von Solarstrom. Er wird zum Handelsinstrument.

Vorteil dynamische Steuerung

  1. Das Szenario: Der Strompreis ist negativ oder sehr niedrig.
  2. Die Optimierung: Das EMS lädt den Speicher mit Netzstrom, wenn dieser extrem günstig ist. Diese Energie wird dann genutzt, wenn die Preise an der Börse hochschnellen. Dies reduziert die Amortisationszeit von Speicherlösungen erheblich.

Automatisierung ist bei dynamischen Strompreisen Pflicht

Dynamische Strompreise sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende und bieten wirtschaftlich denkenden Immobilienbetreibern attraktive Vorteile. Sie erfordern jedoch ein Umdenken. Weg von der passiven Entnahme, hin zum aktiven Energiemanagement. Die Komplexität der volatilen Märkte lässt sich nur technisch beherrschen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Die Wahl der passenden Ladelösung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  1. Wirtschaftlichkeit steigern: Durch die automatische Verlagerung flexibler Lasten in günstige Preiszonen sinken die Betriebskosten spürbar.
  2. Technologie als Basis: Ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) wie jenes von Invisia ist die unverzichtbare Schnittstelle, um Preissignale ohne manuellen Eingriff umzusetzen.
  3. Hohe Hebelwirkung: Besonders E-Mobilität, Batteriespeicher und Wärmepumpen bieten durch ihre Flexibilität das grösste Einsparpotenzial.
  4. Zukunftssicherheit: Wer Immobilien heute digitalisiert und steuerbar macht, wappnet sich gegen Preisschwankungen und steigende Netzentgelte.

Die Lösung, das EMS von Invisia

Gerade weil die technischen Möglichkeiten rund um dynamische Stromtarife riesig sind, befinden wir uns bei Invisia aktuell mitten in der Umsetzung dieser Funktionen.
Wir entwickeln die notwendigen Schnittstellen, Automatisierungslogiken und Abrechnungsmechanismen Schritt für Schritt, mit dem Ziel ab 2026 erste marktreife Lösungen für dynamische Preise nutzerseitige Einflussnahme und automatisches Lastmanagement anzubieten.

Fragen zu unserem Angebot?
Bitte melden Sie sich bei Ronny Kleinhans.
+41 52 770 07 24
ronny.kleinhans@invisia.ch

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